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Jugend-Segelferien auf dem Wattenmeer

Logbuch 14. August
Um 7.40 Uhr startet unsere lange Fahrt mit dem Car in die Niederlande. Ohne Startschwierigkeiten knüpft man gleich neue Bekanntschaften und unterhält sich gut. Insgesamt machen wir zwei Zwischenstopps, unter anderem auch in einem McDonalds in Limburg. Die Fahrt verläuft ohne grosse Zwischenfälle und wir haben nur wenig Stau. Je näher wir unserem Ziel kommen, desto flacher wird die Landschaft. Es ist so ganz anders als bei uns, aber doch beeindruckend. Beeindruckend sind auch die Windparks auf den Dämmen beim Ijsselmeer.
Das lange Sitzen ist zwar etwas mühsam, deshalb sind wir dann auch froh, als wir ankommen in Harlingen. Auf dem Schiff ist der erste Eindruck fantastisch. Das Schiff ist riesig und die Kajüten zwar klein, aber gemütlich. Nach dem Beziehen der Kajüten erwartet uns ein leckeres Essen. Neben den vielen netten Leuten gibt es auch einen Hund namens „Emma“ an Bord. Einige finden den Border Collie etwas furchteinflössend, andere finden es toll. Wir sind gespannt, was uns in den nächsten Tagen erwartet und sich voller Vorfreude.

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Logbuch 15. August
Am Montagmorgen gab es am 8 Uhr Frühstück, das wir vergnüglich genossen. Danach ging es weiter auf dem Deck wo wir verschiedene Begriffe des Segelns kennenlernten. Wir wissen jetzt, dass das vordere Segel Focksegel heisst, das mittlere das Grosssegel ist und das hintere Besansegel heisst. Auch die wichtigsten Knoten können wir nun auch. Bevor wir beginnen konnten, wurden wir in Gruppen eingeteilt. Je eine Gruppe für das Besan, das Gross- und das Focksegel. Dann endlich ging es los und wir fuhren aus dem Hafen, zuerst mit Hilfe des Motors, später hissten wir die Segel und fuhren mit Windkraft. Nachdem die Segel gesetzt waren, konnten alle eine Pause einlegen ausser das Team Fock. Denn diese mussten immer auf Abruf nach vorne gehen und helfen, das Segel zu drehen. Die anderen spielten Poker mit WC Papier als Einsatz“chips“, genossen die Sonne und vermissten den Bordhund, der während der Fahrt hinten bei dem Skipper bleiben muss. Obwohl die Sonne schien, war es doch sehr frisch. Doch dadurch liessen sich unsere zwei Geburtstagskinder jedoch den Tag nicht vermiesen. Wir merkten, wie wichtig Teamwork an Bord ist und was das auch für einen Einfluss hat auf die Fahrt. An diesem Tag legten wir mit unserem Schiff an bei der Insel Terschelling. Dort gab es bald ein hervorragendes Abendessen an Bord. Danach durften wir ins Städtchen zum ein wenig erkunden, doch da alle Läden, ausser der Spar, geschlossen waren, fanden wir schnell eine neue Beschäftigung und zwar Krebse fangen. Einen Satz werden wir nicht so schnell vergessen, nämlich was die Konsequenz von Missgeschicken ist, wie sich verfangen in einer Schlinge und in die Luft geschleudert werden, Kopf anstossen am schwingenden Baum oder Rauchen an Bord. Der hiess schlicht und einfach: „Reise vorbei!“ Wir hatten einen schönen Tag und freuen uns schon auf Morgen.

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Logbuch 16. August
Einige Personen standen um 7 Uhr auf, um den Sonnenaufgang mitzuerleben. Zu dieser Zeit sahen wir die Katamaran-Fähre aus dem Hafen fahren. Einige von uns gingen noch kurz ins Städtchen um ein paar Dinge einzukaufen und als wir zurück aufs Schiff wollten, sahen wir, wie das ablegt… Wir dachten zuerst, das Schiff fahre ohne uns, doch es machte nur Platz, damit ein anderes Schiff abfahren konnte. Wir selber machten uns dann um 11 Uhr auf den Weg. Die Schwierigkeit bestand heute darin, dass wir fast keinen Wind, dafür mehr Wellen hatten. Das Team Grosssegel kam heute zum Einsatz und musste ein paarmal den Baum raus drücken. Dazu brauchte es den vollen Einsatz des ganzen Teams. Es war nicht ganz ungefährlich, weil die äusserste Person schnell hätte über Bord gehen können, wenn sie nicht aufpasst. Bei einer gewissen Person, die wir nicht mit Namen erwähnen, war das schon eine echte Gefahr. Das Team Besan hatte heute nichts zu tun. Das heutige Ziel war Vlieland, wo wir relativ früh ankamen. Die Einfahrt zum Hafen ist eng und der Hafen selber relativ klein und im Sommer voll!!! Wie der Skipper das Schiff im engen Raum drehte, damit es neben einem anderen Segler anlegen konnte, war sehr beeindruckend und spannend mitzuerleben. Schlussendlich lagen 8 grosse Segelschiffe nebeneinander und die Passagiere der äussersten Schiffe mussten über die Decks der anderen Schiffe gehen um an Land zu kommen. Auf Vlieland durften wir das erste Mal an den Strand um schwimmen zu gehen. Das Wasser war erfrischend. Danach spazierten wir zum Städtchen, das sich etwa 15 Gehminuten vom Hafen befindet, und erkundeten es ein wenig. Der Weg dorthin führt entweder dem Strand entlang oder etwas durch die Dünen von denen man eine schöne Aussicht hat. Es ist ein hübscher Ort mit Häusern, die anders aussehen als bei uns. Die meisten sind Backsteinhäuser mit verschiedenen Fassaden. Zum Abschluss genehmigten sich einige von uns ein Erdbeerglacé und sassen ein Weilchen auf einer Bank bevor wieder zum Schiff zurückkehrten. Am Abend gingen ein paar nochmals zum Strand oder spielten Poker bis spät in die Nacht.

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Logbuch 17. August
Heute standen etwa 8 Personen auf, um den Sonnenaufgang zu sehen und zwar um 6 Uhr. Drei Jungs taten etwas für ihre Figur und gingen joggen auf der Insel. Danach wurden wir alle mit einem köstlichen Frühstück mit Lachs verwöhnt. Da wir heute alle früh aufstehen mussten, sprich um 8 Uhr…, war das feine Frühstück wichtig um richtig in den Tag starten zu können. Um 9.45 Uhr furhen wir aus dem Hafen. Was allen Frühaufstehern Eindruck machte, war die spezielle Stimmung im Dörfchen am frühen Morgen. Im Gegensatz zum Abend wo viele Menschen in den Strassen und Cafés unterwegs waren, war der Ort am Morgen wie ausgestorben.
Weil der Skipper falsche Berechnungen getätigt hatte, konnten wir nicht wie geplant trockenfallen. Ausserdem klappte es nicht mit dem Besuch auf der Insel Texel weil wir zu wenig Wind hatten. Der Skipper schlug uns deshalb vor, nach Makkum im Ijsselmeer zu fahren und dort zu übernachten. Bei einer „Abkürzung“ des Kapitäns zwischen zwei Bojen vor Harlingen landeten wir auf einer Sandbank und mussten ganze 2 Stunden warten und Kaffee trinken. Nach den zwei Stunden auf dem Wattenmeer hatten wir wieder genug Wasser unter dem Kiel und konnten etwas verspätet Richtung Makkum im Ijsselmeer fahren. Es ging durch die Lorentz Schleuse, welche durch den Abschlussdeich führt, der das tiefer gelegene Hinterland der Niederlande vom Meer schützt und das Wattenmeer vom Ijsselmeer trennt. Wir fuhren in die Schleuse mit den Schleuse-Toren und die meisten haben das erstemal gecheckt wie eine Schleuse funktioniert. Die Schleuse braucht es, damit die Schiffe vom Wattenmeer ins Ijsselmeer fahren können. Das Ijsselmeer ist Süsswasser und das Wattenmeer ist Salzwasser. Bei der Schleuse konnten wir noch einen wunderschönen, romantischen Sonnenuntergang bestaunen. Das wirklich coole daran war, dass man zeitgleich auf der anderen Seite dem Mondaufgang zusehen konnte. Diejenigen, die am Morgen schon um 6 Uhr aufgestanden waren, hatten also einen astronomischen Tag. Aber auch die Anderen konnten und durften heute viel lernen und miterleben.

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Logbuch 18. August
Auch heute Morgen bahnten sich wenige Jogger durch die Strassen von Makkum. Allerding muss man dazu sagen, dass die Joggingwege voller Tierkot waren, was zu Traumatisierungen und dreckigen Schuhsohlen führte. Nach dem Frühstück durften wir das Dorf nochmals besichtigen. Zum Glück hatten die Geschäfte offen, so dass wir Souvenirs, Snacks und die langersehnten Pokerchips kaufen konnten. Auf dem Schiff wurden die auch gleich eingeweiht. Unser Spiel wurde aber bald beeinträchtigt, weil wir schwimmen gehen durften im Ijsselmeer. Doch nicht alle gingen ins Wasser, es war nämlich relativ kalt! Zum Glück hat es im Ijsselmeer Süsswasser, denn dadurch mussten wir uns danach nicht abduschen und trockneten schneller. Wir segelten dann noch etwas im Ijsselmeer und konnten die Segel setzen und runternehmen. Schliesslich war das aber vorbei, wir fuhren wieder durch die Schleuse und dann Richtung Harlingen. Etwa in der Mitte der Strecke passierte es: Jemand schnitt sich mit dem schärfsten Messer der Küche in den Finger. Es blutete stark, doch weil wir durch die Arbeit an Deck extrem an Schnelligkeit zugelegt hatten, konnten wir die Blutung schnell behandeln. Dann war es wieder ein paar Minuten ruhig. Als wir alle runter mussten, um die Bullaugen zu schliessen, wurde es wieder ein bisschen spannender. Vor allem als vier von uns das Deck schrubben mussten. Was sehr anstrengend und nass war. Belohnt wurden wir mit einem Grillabend. Bevor wir allerdings unsere Belohnung einholen konnten, gingen wir noch in die Stadt Harlingen. Für unsere Rückreise kauften wir noch Essen und Trinken. Wusstet ihr, dass die Lebensmittel in den Niederlanden voll billig sind und es in niederländischen Supermärkten Spielautomaten für Kinder gibt? Zum Spielautomaten: die sind für 3-10 jährige Kinder. Doch wir ignorierten die Altersgrenze und probierten auch ein Puzzle. Es gäbe noch viel mehr zu erzählen von dieser Woche, doch es ist zuviel um alles aufschreiben zu können.

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Logbuch 19. August
Freitagmorgen, unser letzter gemeinsame Morgen an Bord der Passaat. Ein letztes Mal bekommen wir von Ann Kathrin und Meike ein reichhaltiges Zmorgenbuffet. Ziad, unser Matrose, hat sich gewünscht ebenfalls mit uns zu frühstücken. Er hatte Freude an unserer Gruppe gefunden und gehörte mittlerweile auch schon zu unserer Segelgruppe.
Danach hiess es das Schiff besenrein aufzuräumen. Die einen waren unter Deck beschäftigt, das Schiff zu säubern und die anderen bildeten wieder eine Gepäckkette an Deck und beförderten ein Gepäckstück nach dem anderen sicher wieder an Land. Dort wartete pünktlich Fred mit dem Car auf uns. Ein letztes gemeinsames Foto mit Schiffs- und Küchencrew und dann hiess es Abschied nehmen von ihnen. Ein erstes Mal, wo die Tränen etwas hochkamen. Auch Marianne verabschiedete sich von uns. Sie setzte ihre Reise alleine fort nach Deutschland.
Im Car wurde es zum ersten Mal etwas ruhig. Alle waren voll mit dem Erlebtem und auch ein wenig müde. Fred führte uns schnell und sicher an die deutsche Grenze, wo dann Klaus das Steuer übernahm. Wir waren zeitlich gut dran, so dass wir um Köln und Frankfurt gut durchfahren konnten. Im Raum Karlsruhe gab es einen letzten Halt. Alle konnten sich nochmals verpflegen. Da um Karlsruhe und Stuttgart grosser Stau angesagt war, setzte Klaus seine Fahrt durch den Schwarzwald fort, zwar etwas langsamer als auf der Autobahn, doch wegen des Staus war die Reise durch den Schwarzwald doch schneller. Kurz vor halb neun fuhren über die Grenze und um zwanzig vor neun waren wir gut in Marthalen auf dem Bahnhofsparkplatz angekommen. Dort gab es dann die grosse Verabschiedung mit viel Erlebtem und grosser Freude. Es gab auch einige Tränen und man wollte sich gegenseitig fast nicht loslassen. Doch schon im Herbst soll es noch ein Abschlusstreffen geben mit Diashow und Fotobuch. Eine tolle Zeit ist für uns alle zu Ende gegangen. Müde, aber zufrieden.

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